Kolumnen

Piratenpartei ( – 1)

An Politik interessierte Piraten treten dann doch lieber aus! Gut so. Weiter so. Bekanntgabe solcher Begebenheiten ist erwünscht.

Hier zählt der Piratenpartei-Exodus-Counter:

- 1 (chrisB86)

Herzlichen Glückwunsch, lieber Chris!

Derweil suppt bei den Piraten SED-Terror-Opferlamm Miriam erstmal ordentlich durch und etabliert die neue orangene Pseudoliberalität zur Unkenntlichmachung bei gleichzeitiger Relativierung inhumaner Polit-Konzepte:

O-Ton Miriam:
„Links, rechts, liberal – ehrlich gesagt ist mir das schnuppe, Schubladendenken ebenso…“

Es ist doch nun mal nicht egal, ob ich konservativ eingestellt und zBsp. für eine Wehrpflicht bin (und darum zB. auch nichts gegen Ausweitung auf Frauen habe) oder ob ich links (mir fällt gerade nichts anderes ein) bin und fordere: Die Wehrpflicht wird abgeschafft. Das sind unüberbrückbare Differenzen, die eine so widersprüchlich zusammengesetzte Szene handlungsunfähig macht. Anonyme Geburten ZBsp. als Konsequenz des Datenschutzes (ein Piratenideal), das aber bei Frauen Halt machen soll (wegen der Männerrechte), wäre der nächste Knackpunkt, an dem Links und Rechts, emanzipatorisch und reaktionär nicht zusammen kommen. Und davon gibt es noch viele zu entdecken, unüberbrückbare Differenzen.

Kein Linker wird sich auf eine so unergiebige Debatte einlassen, das Leben anderer ist doch kein Verhandlungsgegenstand. Unter dem Vorwand der Liberalität mit dem Leben anderer zu spielen, als wäre die Welt eine Puppenstube (mal an die Front zu schicken, in die Abtreibungsklinik oder einfach über‘n Jordan) ist doch nun nicht „schnuppe“.

Und dann setzt Miri noch die „Abkehr“ vom bedauernswerten „Schubladendenken“ (sicher sind alle anderen außer Miriam nur ziemlich doof und können es nicht besser) nach, um dann so einen Hammer rauszuhauen:

„Ich muss allerdings zugeben, dass ich den Linken in Bezug auf Bürgerrechte aufgrund ihrer Zusammensetzung (PDS / SED-Kader) nichts glauben kann.“

Hallo? Was soll das?

Unterschichten-TV: Minarett? Nicht nett!

Wenn Reality-TV zu real wird. Heute: Die Islamisierung Europas.

… also nichts Neues. Genau das gleiche Programm wie gestern. Oder vorgestern. Oder vorvorgestern. Oder morgen? Ich fürchte, ja. Der Islam ist eines dieser Themen, bei denen es sich offenbar lohnt, sein Hirn wegzuwerfen und in den Wald zu gehen, um mit den Wölfen ein Klagelied anzustimmen. Diesmal singt das Rudel von der Islamisierung Europas. Und ich sitze da so herum und schaue zu, wie bei allen Themen, bei denen ich weiß, dass das Rudel in seiner emotionsgeladenen Ekstase nicht zuhören will, geschweige denn kann. Es hat in gewisser Hinsicht etwas von Fernsehen, nur besser, realistischer, gefährlicher und spannender. Die Sendung Islam hat etwas besonders Apokalyptisches: Millionen kleiner Menschen wuseln wild aufgebracht herum, weil sie Angst haben, dass ihnen andere kleine Menschen, die 1:25 in der Unterzahl sind, ihre Religion aufzwingen wollen. Dramatik pur, wo sind die Chips? Wäre die Sendung kein Drama, was würde ich lachen, aber leider sprechen wir hier von Reality-TV, der kühnsten Errungenschaft des 20. Jahrhunderts. Und die macht leider auch vor dem Internet nicht halt.

Vielleicht erinnert sich noch jemand:
Gestern lieft das Drama unter dem Titel „Streit ums Butterbrot“ auf Pro-Koeln.org. (Die harmlos wirkende Überschrift täuscht!) Dort hieß es, dass zur Zeit leider nur eine (!) „Mutter ohne Migrationshintergrund“ noch den Mut habe, sich gegen das Verbot von Schweinefleisch an deutschen Schulen zu wehren. Der Rest ist bereits der islamistischen Gefahr angstvoll gewichen und kämpft um Integration im eigenen Land. Nur zaghaft hört man klägliche Rufe, dass Deutschland auch den Deutschen gehöre. Daran glauben tut niemand. Das Opfer wurde nämlich heimtückisch „von der Gruppenleiterin ihres Kindes zum Gespräch“ vorgeführt und muss sich nun für die antiislamistische Salamibeigabe in die Brotbüchse ihres Sprösslings verantworten! Heute

Beklagenswert (und ich bin froh, dass es jemand tut) ist vor allem der „selbstverständlich bewußtseinsbildende“ und natürlich schädliche Einfluss auf die Empfänger dieser unbotmäßigen Frechheit. Auf Grund der „üblichen Schmähungen“ musste ein Infobrief der AWO als Beweis hergezeigt werden, in dem es zudem schwarz auf weiß heißt (ja, ja, und Sie wollten es nicht glauben! Schämen sollten Sie sich!), dass darauf geachtet werde, kein Schweinefleisch zu reichen. Für diese verbrecherische Geste lassen sich keine anderen Worte finden als ein herzschmerzendes Wehklagen über die „Verbannung von Schweinefleisch aus dem schulischen Raum“. So sind die Kameraden aus der Domstadt: Gerechtigkeitsliebhaber. Wehe dem, der je Zweifel hatte!

Da ist es nur verständlich, wenn die Mahner zur Vorsicht nicht in den Stacheldraht der Niedertracht greifen und einsehen: „Selbstverständlich werden wir weder den Kindergarten benennen, noch den Namen des betroffenen Kindes, dem wir ansonsten einen Spießrutenlauf bescheren würden.“

Ja, den Kameraden von Pro Köln ist das Leben eines salamiliebenden Kindes noch was wert. Da werden Sie blass, was? „Da ist die persönliche Entscheidungsfreiheit ausgehebelt“ und es setzt das „Diktat des Islam“ und was tun Sie, hm? Bitte? Die Arbeiterwohlfahrt verbietet den Schülern an der Kölner Albert-Schweizer-Realschule in Köln-Ostheim mittels verräterischem Brief das Schweinefleisch und Sie gucken weg?! Nehmen Sie die Forke, zünden Sie die Fackeln an und stellen Sie sich gerade hin, Sie Gutmensch! Ihnen wird gleich jemand zugeteilt, der Ihnen sagt, wie Sie sich zu wehren haben. Werden Sie ruhig panisch, wir verteidigen Sie umgehend!

Und dann folgt der Abspann, ich sinke bestürzt in die gestickten Sofakissen, wische mir den kalten Schweiß von der Gutmenschenstirn und weiß:

Kein Mullah kann mehr Hass predigen als diese reaktionären urdeutschen Dummbeutel im Internet. Vielleicht sollte man beim „Kampf gegen den Islam“, als angenommenem Überfall auf die zivilisierte westliche Welt durch einen fundamentalistischen Mob und die Verbreitung barbarischer Unsitten, nicht so sehr auf Äußerlichkeiten achten, sondern sich viel eher den Inhalten zu wenden! Denn leider können sich die wütenden Horden migrantischer Barbaren aus den Moscheen und Koranschulen im Kampf ums Butterbrot nicht so sehr auf uneingeschränkte Solidarität verlassen wie der kerndeutsche Hampelmann von Stammtisch, Werkstatt und Hörsaal. Dem Teutonenmutanten stehen ja alle Türen offen; während Mustafa dauernd seinen Ausweis zeigen muss (sofern er einen hat) und mit Aktentasche nicht mal unbeaufsichtigt über die Straße kommt, verweilen chronisch diskriminierte deutsche „Hassprediger“ mit etwas angepassteren Umgangsformen, einem unauffälligen Outfit sowie der passenden Weltnetzheimseite unter Zuhilfenahme von Inländerstatus, Gleichberechtigung und Abschiebeverbot unter uns und verbreiten schamlos ihre einfältigen „Erkenntnisse“.

Und dann kamen die Schweizer ….was wird es morgen sein?

Wir sind ein Volk?!

Sie befinden sich in einem Land dessen Sprache sie schlecht sprechen, dessen Gesetze sie nicht verstehen, auch die Kultur und Lebensweise der Deutschen ist ihnen fremd. Sie leben seit vielen Jahrzehnten hier. Und irgendwie doch nicht, sie sind Ossis. Auch heute noch.

Ronny ist einer von ihnen und 45 Jahre alt. Er lebt seit 1980 in der Bundesrepublik. Aufgewachsen ist er in einem kleinen Dorf in Brandenburg, nahe Berlin. Kein Industriestandort, irgendwo in der DDR. 1972 floh sein Vater „innen Westen“, um bei Volkswagen Späne aus den Bohrmaschinen zu kehren und Kühlwasser nachzufüllen, „für das Bruttosozialprodukt“, erklärt Ronny mit vor Begeisterung leuchtenden Augen. Mit 21 folgte er seinem Vater und ist „rüberjemacht“, aber über Bautzen. Er hatte „Ärjer mit de STASI“.

Ich sitze in dem aufgeräumten Wohnzimmer und blicke auf einen mit Blümchenmuster-Folie beklebten Multifunktionstisch. Ronnys Frau und seine Schwiegermutter versorgen mich mit Albrecht-Kaffee und Katzenzungen, während zwei seiner drei Kinder sich um die Fernbedienung streiten. Ronny ist seit acht Jahren arbeitslos und lebt derzeit von Hartz IV. Wie es weitergehen soll, frage ich ihn. „Keenen Schimma“ sagt er: „Vielleicht werde ich Schigolo“. Und er grinst breit. Aber außer ihm will das niemand.

Ronny hat viele Probleme, keine Arbeit, wenig Geld, Probleme mit seiner Frau, mit seiner Sparkasse, mit Unterhaltsforderungen seiner Kinder aus erster Ehe und vor allem mit der Staatsanwaltschaft, denn er drückte nach der letzten Gerichtsverhandlung den Staatsanwalt an die Wand des Gerichtsflures und bedrohte ihn lautstark. Er hatte die Überwachungskamera vergessen. „Dieser Enkel Freislers“ dröhnt er „will mich ausbluten lassen“ und weiter, mittlerweile in Rage: „Ich habe aba selba nix.“. Sein ältester Sohn ist das, was man als „Neonazi“ bezeichnet, der etwas jüngere Bruder ist gerade von der Hauptschule geflogen. Auch sie scheinen „selba nix“ zu haben. Sie alle fühlen sich unverstanden, diskriminiert, fremd, und ja, auch einsam.
Es ist schwer neutral zu bleiben. Und warum sollte das auch jemand sein wollen?

Es wird eine weitere Generation Deutscher auf die Gesellschaft zukommen, die schlecht ausgebildet und latent ostdeutsch ist. Das nicht sehen zu wollen, hieße eine Vogel-Strauß-Politik zu betreiben. Das Integrationsproblem wurzelt – nach meinem Verständnis – in der simplen Tatsache, dass bei den ersten Immigranten (70er Jahre) Integrationsbemühungen schlichtweg nicht unternommen wurden. Bei Ossis hielt man sie für ganz und gar überflüssig.

In der Türkei zum Beispiel, wurde damals in den unteren sozialen Schichten für Deutschland als Auswanderungsland geworben, in der DDR zumindest vor den Verlockungen der Freiheit in düsteren Farben gewarnt. Es wurde viel versprochen (eine neue Heimat, Arbeit, Wohlstand etc.) und fast nichts gehalten. Denn einmal hier angekommen, konnten sie nur für niedere Arbeiten eingesetzt werden, und genau dafür wurden sie auch geholt. Türken durften Späne popeln und Ossis machten sich für Bananen in Übergangslagern zum Affen, sei erlagen den Lockrufen der Freiheit für eine vage Ahnung vom Wirtschaftswunder im goldenen Westen. Aber es waren Unkenrufe.

Gesellschaftliche Akzeptanz fanden sie nur als „Zonenklaus“ der den Dreck weg macht, Progrommagnet oder Witzfigur (Lothar de Maiziere, Henryk M. Broder oder Cindy aus Marzahn). Damals blieb den Einwanderern gar nichts anderes übrig als sich ihre Identität in einer Subkultur zwischen Broiler, Jugendweihe und MDR zu suchen. Einmal etabliert war es für die Bevölkerungsgruppe der ostdeutschen Immigranten fast unmöglich aus der Subkultur auszubrechen. Denn auch dort gibt es einen Verhaltenscodex und Regeln, die man nicht ungestraft verletzen darf, so man nicht vollends in der gesellschaftlichen Isolation landen möchte. Also arbeiteten die damaligen Immigranten hier in Deutschland, heirateten Wessis (oder untereinander), fälschten Lebensläufe, kratzbuckelten und verbrachten ihre wenige Freizeit in der „Zone“ unter ihresgleichen, sprachen fast ausschließlich ostdeutsch und bauten sich mit Ostalgie eine parallele Existenz auf, denn irgendwann wollten fast alle in ihre Heimat zurückkehren, spätestens aber mit HartzIV.

Den Politikern und der Gesellschaft war das nur recht.

Im Laufe der Zeit wurden einige hier jedoch heimisch oder bekamen tatsächlich bezahlte Arbeit, und weil es damals nicht verboten war, holten sie ihre Familien nach. Man wollte den DDR-Bürgern wohl auch mal etwas Gutes tun. Doch dies war zu kurz gesprungen, denn noch immer war die erste Generation der Neubürger nicht einmal ansatzweise in die Gesellschaft integriert; wie konnte man erwarten, die zweite Generation würde sich quasi automatisch integrieren? Man wusste doch schon damals um die Probleme der Integration.

Also wurden die ostdeutschen Neubürger stigmatisiert – unter Inkaufnahme all der damit entstehenden neuen Probleme- und mit dem Slogan: Wir sind ein Volk und bereichert unser Leben, wurde alles windelweich geredet. Sie waren aber da, die Probleme, und wiegen durch die herrschende Arbeitsmarktsituation immer schwerer. Am Unwillen der Neubürger allein kann es nicht liegen, dass alle Bemühungen einer Integration gescheitert sind. Aber die Frage, die man stellen muß, bleibt unbeantwortet: Was machen wir mit der nächsten Generation Ossis?

Es drängt sich immer wieder die Klage auf: Wie konnten unsere Politiker an der Integration der Ossis in den goldenen Westen nur so katastrophal scheitern? Am Unwillen der „Zonis“ allein kann es nicht liegen. Alle Bemühungen des Staates scheinen ins Leere zu laufen. Die Heerscharen von Sozialarbeitern, Kontaktpolizisten, Gerichtshelfern und ARGE-Mitarbeiter die solche Familien betreuen, scheitern schon an den Sprachkenntnissen ihrer Schützlinge; sie werden schlichtweg nicht verstanden –das scheinen sie nicht zu realisieren. Auch all die Formulare, die Broschüren und Anträge landen bestenfalls ungelesen in der Ablage. Die Eingliederungsmaßnahmen, die telemedialen Sprachkurse (von Oliver Geissen bis Britt) scheinen am Intellekt der Ossis zu scheitern. Die Einwanderer sehen sich der selbstreferenziellen Dynamik einer Subkultur ausgeliefert, die keine eigene nationale Identität zulässt. Mittlerweile in der zweiten Generation. Einerseits werden sie diskriminiert und in Wohnsilos zusammengefasst, andererseits müssen sie sich den Regeln der Subkultur unterwerfen. Darum fahren sie kleine, stinkende Autos, sprechen undeutlich und tragen Dauerwellen und grelle Klamotten.

Die Kinder dieser Ossis haben fast keine Chance auf Bildung und somit ein gutbürgerliches Leben. Sie sehen auch nur selten besser aus, sind nicht klüger oder auch nur ehrgeiziger. Und die Kinder sind es, um die wir uns dringend kümmern müssen, bei den nicht integrierten Erwachsenen ist zumeist Hopfen und Malz verloren. Bemüht man die Statistik, so stellt man fest, dass derzeit über 32 Millionen Bürger ihre Wurzeln in anderen Kulturen haben, bei einer Geburtenrate von ca. 1-3 Kindern pro Familie fragt man sich doch bange was passiert, wenn auch diese Generation nicht in der BRD ankommt?

Als Ronny noch Arbeit hatte –bei Opel im Lager- war sein Leben noch in Ordnung: „ Ich war fast ein Wessi!“. „Keene Probleme“ freut er sich ein wenig sentimental: „Ich hatte Geld für Kondome, ´ne schöne Plattenbau-Wohnung, sogar eigene Schulbücher für die „Kleenen“ waren drin….ohh…was war ich ein glücklicher Mann“. Er erzählt mir noch lange von seinem tollen Leben als Ossi, von der Mauer, der FDJ und seinen Eltern, seiner Verwandtschaft, von damals, als seine Welt noch in Ordnung war. Und von seinem Opa, der Vorarbeiter bei IG Farben war. Über das Heute redet er wenig und wenn doch, spüre ich die unterdrückte Wut in ihm hochsteigen. Ronny ist mittlerweile blind für blühende Landschaften. Bei ihm blüht nur die Fantasie.

Weil ich mich verabschiede schaut er mir tief in die Augen, haut mir auf die Schulter und sagt kämpferisch:

„Wir sind ein Volk!“

Und mir wird wieder ein bisschen mulmig, denn ich bin Ossi.

Die Wahrheit über die DDR!

Wußten Sie, dass kein DDR-Grenzer je auf Republikflüchtlinge geschossen hat?

Die sogenannten Mauertoten wurden eigens vom BND vom Westen in den Osten geworfen, um unseren hoheitsvollen Arbeiter- und Bauernstaat in Verruf zu bringen. Statt die fiesen Denunzianten nun einfach wieder über den leider viel zu niedrigen und nach allen Seiten durchlässigen antifaschistischen Schutzwall zurück in den goldenen Westen zu werfen, schickten sich die blöden Ossis aber an, zu rebellieren, die DDR abzuschaffen und fortan selbst Tote über irgendwelche Grenzen zu werfen. Manche fliegen sogar bis nach Afghanistan. Andere direkt ins Mittelmeer. Der perfide Plan des Großkapitals, die Diktatur des Proletariats in ihren sozialistischen Werten zu erschüttern, zu Fall zu bringen und sich darüber lustig zu machen, ist aufgegangen.

Viele Liebe Grüße aus der goldigsten Nekropole der Welt.




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