Manndat ist ein (gefährlicher) Karnevalsverein

Es ist Narrenzeit und die Büttenrede hält heute Bruno Köhler. Abgedruckt und entliehen wurde seine Festrede aus dem aktuellsten Meisterwerk maskulistischer Verblödungstheorie („Kinderherz“) und hier wird es dann ehrgeizig und freudvoll zerrissen:

Bruno Köhler „Ist Deutschland reif für den erziehenden Mann? – Hemmnisse für Väter und Männer, die erziehen wollen.“

Die typische Ausprägung der stereotypen familiären Zuständigkeiten – der Mann geht zur Arbeit und sorgt für die finanzielle Basis der Familie, die Frau bleibt zuhause und sorgt für Erziehung und Haushalt – ist eine historisch gewachsene Struktur, die sich spätestens seit der Industriellen Revolution so manifestiert hat.

„historisch gewachsen“ ist diese Struktur vorallem im Nationalsozialismus und im nachfaschistischen Wirtschaftswunderland BRD abgesichert. Im Dritten Reich wurden die Rollenbilder manifestiert und auch dort strukturell verankert und blieben eben bis heute in Gesetzeslagen und Grundsätzen auch (in der BRD) erhalten, als eben jene „historisch gewachsene Struktur“ von der „Rollenverteilung“. Was auch nichts anderes ist als die Entrechtung der Frauen, um gleichberechtigte Teilhabe. Das „historische“ Wachstum dieser „Struktur“ (Patriarchat) ist also regional (BRD) arg begrenzt und keinesfalls so unverrückbar, wie Clown Bruno es kontrafaktisch aussehen lassen will. Im Grunde genommen ist der bundesdeutsche „Geschlechterkampf“ nichts anderes als der verzweifelte Kampf ein paar gescheiterter Patriarchen gegen die Demokratie im Grundgesetz und für den Erhalt der sozialpolitischen Errungenschaften des deutschen Faschismus. Bruno Köhler rechtfertigt die nationalsozialistische Frauen- und Familienpolitik als „historisch gewachsen“ und diffamiert jede progressive Änderung dazu als „Errungenschaft der Frauenbewegung“ und halluziniert daraus eine Diskriminierung der Männer. Bruno erklärt, dass eine nationalsozialistische Familienpolitik (er nennt das „historisch gewachsene Struktur“ und „stereotype familiäre Zuständigkeiten“) das Optimum an Männerrechten darstellt und einzig verhindern kann, dass Männer diskriminiert werden.

Das alles ist natürlich selbstredend rechtspopulistisch, auch wenn Bruno uns seine sonstigen rechten Ergüsse hier erspart. Darum gilt in diesen Kreisen die Frauenbewegung auch als links, weil sie rechtes Gedankengut wie zBsp. stereotype familiäre Zuständigkeiten angreift, selbst wenn sie keine linken Gegenentwürfe einbringt. Für einen Männerrechtler muß alles, was nicht an die natürliche Überlegenheit des Mannes und die „historisch gewachsene Struktur“ der stereotypen familiären Zuständigkeiten glaubt oder diese gar angreift, links sein – denn rechtes Ideal (Frau als Mutter und im Heim) ist für ihn die Norm. Eine andere Gesellschaft als eine rechte ist für ihn nicht denkbar und die Familienpolitik im Nationalsozialismus das Ideal. Die gemäßigtere, propagandistischere Version des Patriarchats in der BRD – die vorallem auf Ideologie statt Zwang und Repression setzt – ist den Männerrechtlern zu links, zu wenig, zu harmlos. Es reicht nicht, dass Frauen sich über das „Glück“ der Abhängigkeit, die Freude des Stillens, die Liebe durch Teilen (und was es da nicht alles gibt) freuen, sie möchten es gern wieder befehlen dürfen! Und ja, nicht zuletzt, weil es immer weniger Frauen sind, die sich freuen, abhängig zu sein. Die Wende war das Schlimmste, was Männerrechtlern passieren konnte: Einige emanzipierte, linke junge Frauen strömen das Land und möchten keine stereotypen familiären Zuständigkeiten mehr, aber auch nicht den biederen Patriarchat-ist-dufte-ideologie-mist der bundesdeutschen Medien und des Mainstreams, sondern Wahlfreiheit, Selbstbestimmung und Chancengleichheit.

Im Zuge der Frauenbewegung wurde der Blick auf die Situation der Frau gerichtet. Mit zunehmender Etablierung des Feminismus in unserer Gesellschaft wurden diese geschlechtertypischen Rollenzuweisungen gewertet. Die der Frau zugewiesenen Rolle wurde pauschal als negativ, diskriminierend gewertet, die Rolle des Mannes als pauschal positiv, privilegiert propagiert. Diese undifferenzierte Sichtweise besteht im Wesentlichen bis heute fort und erschwert ein Aufbrechen der Rollenbilder.

Hier verdreht Bruno also kurzerhand die subjektiven Bewertung wie es ihm gefällt, aber nach welchen Maßstäben läßt er offen. Es ist eben einfach anders als die Frauenbewegung feststellt und damit hat sich die Diskussion erledigt: Patriarchat ist nämlich für Frauen ein Privileg und belastet die Männer. Meint zumindest Bruno (und mit ihm jeder andere Depp, der Angst vor Frauen hat und sie darum kontrollieren und beherrschen will). Hm. Nur komisch, warum er dann selbst so scharf drauf ist. Ist das nationalsozialistische Frauenbild – das Patriarchat – für Männer Mist, sollten sie doch damit aufhören und sich nicht daran festklammern wie Paris Hilton an ein Tütchen Koks. Tatsächlich aber ist der deutsche Faschismus als Nationalsozialismus wie er in Deutschland bis 1945 getobt hat (und noch in den Nachwehen liegt) der extremste Ausdruck von Männlichkeit, die es bisher gegeben hat: Empathiebfreit, Mordlüstern, höllisch destruktiv und Todbringend. Die Idealisierung der Maskulinität, des heroischmännlichen, die Abspaltung des Kämpferischen vom Weiblichen, die „typische Ausprägung der stereotypen familiären Zuständigkeiten“ ist nationalsozialistische Ideologie. Diesem Ideal verfällt man nicht, wenn man wirklich egalitär und progressiv denkt. Eine solche Haltung ist immer antiegalitär und antiemanzipatorisch und begründet damit Anfälligkeit für totalitäre und faschistische Politik, wie eben im deutschen Nationalsozialismus ersichtlich.

Aber er erklärt auch den besonderen Fokus auf die (westdeutsche) Frauenbewegung, denn die ist vor diesem Hintergrund einer nationalsozialsozialistischen Familienpolitik natürlich nicht unbedingt links, aber antifaschistisch, weil sie ein zentrales Element nationalsozialistischer (oder pimmelsozialistischer) Ideologie angreift: „Die typische Ausprägung der stereotypen familiären Zuständigkeiten“. Zwar sind die Gegenentwürfe der westdeutschen Frauenbewegung nicht unbedingt links oder progressiv, aber sie sind antifaschistisch, weil sie nationalsozialistische Familienpolitik angreifen.

Hier haben wir ein großes Hindernis für Väter. Die häusliche Erziehung der Kinder gilt heute gesellschaftlich und politisch als minderwertig. Väter, die sich hier stärker beteiligen, werden verspottet oder von den – weiblichen wie männlichen – Kollegen als faul gebrandmarkt.

Oh Gott. Die armen Kerls. Am liebsten wäre ihnen sicher ein Orden. Lobpreiset die Väter, denn sie tun es freiwillig und werden dafür „diskriminiert“ – aber verachtet die Mütter, denn die werden gezwungen und machen das auch noch gratis.

Dass es nun Sozialdarwinismus im Kapitalismus gibt, der Armut verachtet und Gier hofiert, haut mich jetzt nicht direkt aus den Latschen, aber dass Frauen (!) ausgerechnet jene Männer verspotten, die den Beruf gegenüber der Familie zurückstellen, ist mir nun ganz neu. Dass Männer aber Väter und Mütter verspotten, die nicht arbeiten, dass ist so – vorallem im Patriarchat – und nennt sich Diskriminierung. Frauen ereilt die, eben gerade darum, weil sie nämlich Frauen sind und die „historisch gewachsene“ Rollenverteilung (die selbst Köhler weiter oben so feststellt und verteidigt) ihnen die abgewertete (da unbezahlte) Familienarbeit zuschiebt. Das ist ein Problem – kein Frauenproblem, kein Mnnerproblem – ein gesamtgesellschaftliches problem, weil es Familie zum Risiko macht und Kinderarmut hervorbringt.

Köhler aber baut erst auf, was ihm im Halse steckt: Frauen gleichberechtigt über das GG, um dann die Folgen umzudrehen und darunter als Mann zu leiden. Und mit ihm müssen das alle anderen Männern auch.

Ab hier muß ich dann grinsen.

Fälle, in denen Frauen einen beruflich schlechter gestellten Partner als gleichberechtigten Partner akzeptieren, sind nach wie vor die Ausnahme.

Ja, klar, weil Männer keine höher gestellte Partnerin akzeptieren und sich immer nach unten orientieren.

Der beruflich erfolgreiche Mann mit dickem Geldbeutel und großem Auto bleibt für die meisten Frauen der attraktivere Partner als der männliche Erzieher.

Das ist nun Sexismus pur und eben jene Einseitigkeit, die er zuvor der Frauenbewegung in die Schuhe schob, weil deren bewertung Bruno nicht paßten. Dieser Beitrag ist so schlecht, das geht überhaupt nicht.

Zudem wird auch von vielen Frauen häufig noch die alte Rollenverteilung bevorzugt.

Eigentlich nicht. Vorallem junge Frauen wollen mehrheitlich etwas anderes: Arbeiten und Familie. (Damit laufen sie übrigens in einen Konflikt mit jungen Männern, denn die wollen: Arbeit und eine Frau, die sich um die Familie kümmert. Konkret eben auch eine Partnerin die sozial schlechter gestellt ist, als sie selbst, nämlich erwebrslos ist oder gemacht wird.)

So gab es zu meiner Zeit als Personalratsvorsitzenden an meiner früheren Arbeitsstelle zwei Fälle, bei denen sich beide Elternteile bei der Erziehungszeit (noch vor Einführung der Elternzeit) abwechseln wollten. In beiden Fällen wollte die Frau die erste Hälfte übernehmen (wegen des Stillens) und in der zweiten Hälfte sollte der Mann übernehmen. Die Männer hatten sich entsprechend vorbereitet und freuten sich auch schon auf diese neue Aufgabe. In beiden Fällen entschied sich jedoch dann doch die Mutter kurzfristig, auch noch die zweite Hälfte der Erziehungszeit zu übernehmen.

Die repräsentative Bedeutung der beiden Fällen ist augenfällig. Interessant finde ich: Ist der Bruno jetzt in Rente?

Ein weiteres Hindernis ist die mangelnde Akzeptanz der erzieherischen Fähigkeiten von Männern durch Frauen. Dies gilt nicht nur im häuslichen, sondern auch im beruflichen Bereich. In Gesprächen mit Eltern, deren Kindern in einem Kindergarten gingen, der auch männliche Erzieher hatte, kam man oft zu dem Resümee, dass die männlichen Erzieher zwar gern gesehen werden, wenn es darum geht, mit den Kindern draußen herumzutoben. Bei erzieherischen oder pädagogischen Fragen werden die männlichen Erzieher jedoch eher wenig zu Rate gezogen bzw. als gleichwertiger Kollege akzeptiert. Vorurteile wie „Frauen sind die besseren Pädagogen“ kursieren auch heute noch in vielen Kindergärten.

Ein zentrales Problem der Männerrechtsbewegung wird hier beim Namen genannt: die mangelnde Akzeptanz der (erzieherischen) Fähigkeiten von Männern durch Frauen. Die Männerrechtler möchten für ihre Fähigkeiten von Frauen akzeptiert werden, jeder und für jeden Mist. Kritik verstehen sie als Ablehnung und ausbleibendes Lob als Diskriminierung. Das Selbstbild dieser Typen ist so im Keller, dass nur ein Therapeut helfen kann. Antifeminismus wird da zur existenziellen Notlage, denn die sind abhängig vom Lob einer Frau (ehemals Mutter) und bekommen es nicht. Antifeminismus soll da helfen, denn abhängige, ohnmächtige Frauen loben Männer. Weil sie es müssen. Die Erklärungen sidn – wie immer – unbelegt und völliger Mumpitz. Belegt wird da schon allein darum nichts, weil Belege was anderes sagen. Zum Beispiel beklagen Väter, die Erzeihungszeiten nehmen, tatsächlich das Problem, sich von ihren (!) Frauen nicht hinreichend akzeptiert zu fühlen. Aber das läßt nach, auch mit dem Zuwachs an Selbstsicherheit. Was die zögerliche Anerkennung der Männer in „Frauendomänen“ im Berufsleben angeht, so ereilt die wohl jeden Neuling und verliert sich mit dem Beweis der Kompetenz. Es ist wieder kein Männerproblem, nur eben ein Männerkomplex: Ein solcher Mann möchte dafür gelobt werden, wenn er stehend pinkelnd das Klobecken trifft. Einen Hinweis darauf, selbst zu putzen oder sich hinzusetzen, ist für einen solchen ein Angriff in die männliche Identität, weil das Pinkeln im Stehen, Ausdruck seiner Männlichkeit ist, ein Vorteil gegen die verschämt hockende Frau. Männerrechtler leiden unter dem Verlust von Privilegien, Frauen streiten für Gleichberechtigung – vorerst auf zweifelhaftem Niveau der Männer.

Die BAuA (Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin) hat vor einigen Jahren in einem Mobbingreport festgestellt, dass vor allem männliche Beschäftigte in erzieherischen Berufen sehr stark von Mobbing betroffen sind.

Ja, so gehts auch dem glänzenden Regenbogenfisch. Oder Frauen in der Bundeswehr. Exoten sind natürlich beliebte Mobbingopfer. Männerproblem? Weit gefehlt. Allgemeines Problem? Ja, auf jeden Fall.

Gesetzgeber und Rechtsprechung im Familienrecht kolportieren derzeit diese Abwertung männlicher Erziehungskompetenz, in dem ein Familienrecht implementiert und gelebt wird, das als eines der väterfeindlichsten europaweit gilt.

Nein, das deutsche Familienrecht ist nur kinder- und frauenfeindlich und den Männerrechtlern dabei nicht patriarchal genug. Es reicht Männerrechtlern nicht das Umgangsrecht, sie wollen das Sorgerecht. Es reicht Männerrechtlern auch nicht, die Gendaten des Kindes einfordern zu dürfen, es darf sich niemand dagegen wehren. Männer haben zBsp, ein Recht auf Umgang mit ihrem Kind, aber das Kind kein Recht auf Umgang mit ihm. Nun wollen die Männerrechtler, dass der Vater neben dem Umgangsrecht auch noch das Sorgerecht bekommt. Auch gegen den Willen der Mutter. Die wird also auf Wunsch des Vaters ihres urpatriarchalen Mutterprivilegs enthoben und Männerrechtlern reicht das nicht: Sie wollen noch viel mehr. Eine Mutter sollte nämlich nur so lange alleinverantwortlich für das Kind sein, bis der Vater Widerspruch einlegt. Das ist dann ein modernes Patriarchat, in dem Frauen nur dann entmündigt werden, wenn es ein Mann will.

Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat Deutschland unlängst die Diskriminierung von Vätern unehelicher Kinder bestätigt. Das Sorgerecht des Vaters eines unehelichen Kindes ist vom Willen und damit auch der Willkür der Mutter abhängig.

Nur, dass dieses Mutterprivileg eben europaweit einzigartig ist und erst diese Schieflage besorgt. Die „historisch gewachsene“ Rollenverteilung besorgt, dass Väter den Müttern nachgeordnet sind. Die „historisch gewachsene“ Rollenverteilung besorgt die Diskriminierung der ledigen Väter, wenn sie von der Entscheidung der Mutter abhängig sind. An der „historisch gewachsenen“ Rollenverteilung möchten aber Männerrechtler nichts ändern, sondern nur die Rechte der Männer ausbauen, aber die der Frauen noch weiter beschneiden. Also anstatt an dem Mutterprivileg zu kratzen, möchten Männerrechtler die Rechtslosigkeit der Mütter – auf Bedarf des Vaters – organisieren.

Diese Diskriminierung von Vätern zementiert archaische Rollenbilder, anstatt sie zu überwinden.

Wieder eine Verkehrung der Tatsachen. Richtig ist: Archaische Rollenbilder zementieren die Diskriminieurng der (ledigen) Väter! Wer aber die Rollenbilder als „historisch gewachsen“ ansieht und sie nicht überwinden will, überwindet auch keine Diskriminierung (lediger!) Väter. Hier geht es einzig darum, die Wirkung der patriarchalen Insitution Ehe auch auf unverheiratete Eltern auszuweiten, also Männern die Möglichkeiten zu schaffen, auch ledige Mütter soweit unter Druck setzen zu können, als wären sie verheiratet. Und wenn eine Frau ökonomisch abhängig ist, gelingt das auch. Auch darum orientieren sich Männer lieber sozial nach unten: Arme Frauen sind erpressbarer.

Anstatt dieses EuGM-Urteil nun als Chance für ein Umdenken im Familienrecht zu nutzen, wurde von der Politik umgehend signalisiert, dass allenfalls eine Minimalverbesserung für Väter in Betracht käme.

Die weitere Entrechtung von Frauen und Entmündigung von Müttern ist mit dem GG nicht kompatibel. Die Vorstellungen der Männerrechtler sind darum nicht durchsetzbar, weil sie schlichtweg nicht verfassungskonform sind. Gleichberechtigung zu wollen, aber Frauenentrechtung zu betreiben, wirkt nur auf andere Patriarchen als gangbare Lösung. Für Demokraten ist es ein NoGo. Vielleicht wollen Männerrechtler Gleichberechtigung und Väterrechte, aber sie sind zu dumm, die verfassungskonformen Lösungen zu finden. Sie haben schlichtweg zu wenig Ahnung, eine Lösung für ein allgemeines Problem zu finden, die Frauen nicht weiter entrechtet und diskriminiert. Ich glaube auch nicht, dass die Erkenntnis über die Dummheit und Wirkung auf Frauenrechte die Männerrechtler davon überzeugen wird, andere Lösung zu suchen. Männerrechtler sind nur empathielos gegen Männer, die weitere Diskriminierung von Frauen ist ihnen aber zentrales Anliegen und verbindendes Element in ihrer Bewegung. Eine Idee der Männerrechtler wird nur dann in der Szene wohlwollend aufgenommen, wenn sie die Situation der Frauen garantiert verschlechtert. Darum löst Bruno seine ausgemachten Probleme so wie er sie löst: Unfähig, antidemokratisch und dumm – aber immer gegen Fruen gerichtet.

Die Politik will zwar Väter in die Pflicht nehmen, ihnen aber die Rechte vorenthalten.

Wie gesagt, das Umgangsrecht für ledige Väter steht nicht mal zur Diskussion. Es werden Väter keine Rechte vorenthalten, die (bei Bedarf des Vaters) durchsetzbare Entrechtung der Mütter geht Männerrechtler nur nicht weit und aggressiv genug vor. Väter werden auch nicht in die Pflicht genommen, wie es hier heißt, sondern nur in bestimmten Fällen – nämlich wenn die Mutter das will (oder muß, weil sie – wie gewünscht – arm ist und sozial schlechter gestellt)- zum Kindesunterhalt (nicht Umgang) verpflichtet. Es gibt aber keinen Zwang, einen Vater zu nennen und ihn auf Unterhalt zu verpflichten und ökonomisch unabhängige Frauen tun gut daran, auf diese Möglichkeit (!), den Erzeuger in die Pflicht zu nehmen, zu verzichten. Viele Väter werden eben nicht in die Pflicht genommen, weil sie verschweigen werden oder kein Unterhalt gefordert wird (oder verzichtet werdne muß) und der Umgang des Kindes mit seinem Vater sowieso nicht gegen den Willen des Vaters durchsetzbar ist. Der Satz oben ist ein Hohn und geht deutscher Lebenswirklichkeit vorbei:

Väter prellen Staat jährlich um eine Milliarde Mark

Der Vater soll die Erziehungsarbeit übernehmen, solange er der Partnerin damit den Rücken freihalten kann. Geht die Beziehung aber in die Brüche, soll er möglichst schnell und einfach wieder auf die übliche Versorgerrolle reduziert werden können. Das ist keine gleichberechtigte Partnerschaft mit Kind, sondern ein Instrumentalisierung von Vätern als Frauenfördermittel. Dass eine solche Vaterschaft für Männer keine sinnvolle Alternative zur Arbeit darstellt, liegt auf der Hand.

Aber für Frauen ist es das Lebensglück. Hihi. Die Rolle des Vaters und seine Verantwortlichkeit auf einen Befehlsempfänger seiner Frau zu reduzieren, ist natürlich schon bezeichnend, aber nichts Neues: Diese Männer haben kein Ego, sie haben kein Leben, sie befolgen Anweisungen und erwarten Belohnung.

Weiterhin wird der Elternzeit nehmende Vater zwar von der Politik gefordert, ihm aber gleichzeitig das Leben möglichst schwer gemacht. Typisch hierfür ist die Gleichstellungsgesetzgebung in Deutschland. In dieser ist die berufliche Förderung ausschließlich am weiblichen Geschlecht orientiert, nicht jedoch an der tatsächlich geleisteten Erziehungsarbeit. Dadurch sind Väter, die in Teilzeit arbeiten oder die Elternzeit zur Erziehung der Kinder nehmen, die größten Arbeitsmarktverlierer dieser Gleichstellungsgesetze. Denn diese werden doppelt diskriminiert. Einmal durch die beruflichen Ausfallzeiten, wie die Mütter auch, aber andererseits auch noch durch die gesetzlich vorgeschriebene Benachteiligung in den Gleichstellungsgesetzen auf Grund ihres Geschlechts. Tatsächlich gibt es Gerichtsurteile, die bestätigen, dass ein Vater, der Elternzeit nimmt, auch gegenüber kinderlosen Frauen im Beruf benachteiligt werden muss.

Es gibt auch Aussagen, die bestätigen, dass eine Frau, die ja prinzipiell schwanger werden kann (oder auch nur verheiratet ist), im Beruf benachteiligt wird. Das gilt als belegt. Für die obige Aussage über Männer gibt es diese Belege nicht – darum wird auch auf „Gerichtsurteile“ (ohne Aktenzeichen!) hingewiesen. Das ist alles verlogen, so billig, mir tut schon beim Lesen alles weh. Würde mir jemand mit sowas um die Ecke kommen, ich müßte ihn auslachen. Nicht weil es um Männer geht, sondern weil diese „Argumentation“ so entsetzlich dumm und fadenscheinig ist. In diesem Stil kann man auch die Sklaverei zur Diskriminierung der Weißen machen, denn der Besitz an Menschen birgt eine unheimliche Verantwortung, die deren Tötung unvernünftig macht und darum Sklavenhalter in ihren Rechten beschneidet. Tatsächlich gibt es Gerichtsurteile, die bestätigen, dass ein Sklavenhalter, der seinen Sklaven an Leben lassen muß, um ihn noch zu besitzen, eben nicht frei und willkürlich über leben und Tod seines Besitzes bestimmen darf.

Hier wäre es sinnvoller, die berufliche Förderung nicht am weiblichen Geschlecht festzumachen, sondern an der tatsächlich geleisteten Erziehungsarbeit.

Wie soll denn das überprüft werden? Man reicht zur Bewerbung das Zeugnis seines Kindes mit ein und führt einen Stundennachweis über Lernhilfen, um geleistete Erziehungarbeit nachzuweisen? Oder bringt man die lieben Kleinen gleich zur Befragung mit? Bruno Köhler ist echt ein Scherzkeks.

Je mehr beruflichen Ausfall durch Erziehungsarbeit jemand hat, desto mehr berufliche Förderung sollte dieser Person zustehen, unabhängig vom Geschlecht.

„Berufliche Förderung“ hängt nicht vom Geschlecht ab, ein Rückgriff auf „andere“ Auswahlkritierien ist nicht notwendig, weil es alle betrifft. Eine Auswahl nach diesen Kriterien wäre eine Beschränkung und Diskriminierung der Nichteltern oder nicht engagierten Eltern – vor allem bei Männern. Denn deren Anteil an Erziehungszeiten ist ja „historisch gewachsen“ eher gering. Berufliche Förderung hängt nicht vom (weiblichen) Geschlecht ab. Und selbst die Frauenquote (keine Berufsfördermaßnahme, sondern Ausgleich struktureller Diskriminierung – gibt es auch als Gerichtsurteile und Erklärungen dazu:

Gesetzlich fundierte Pflicht im öffentlichen Dienst, bei einer Beförderung oder Neueinstellung unter bestimmten Voraussetzungen Frauen zu bevorzugen mit dem Ziel, eine für beide Geschlechter hälftige Stellenbesetzung zu erreichen.

In einigen Landesgleichstellungsgesetzen war in den Neunziger Jahren geregelt, dass bei gleicher Qualifikation der Bewerber die weiblichen Bewerber zu bevorzugen waren. Diese Regelung wurde durch den Europäischen Gerichtshof in der Entscheidung EuGH 17.10.1995 – C 450/93 für mit den Europäischen Gleichstellungsrichtlinie unvereinbar erklärt.

Diese Landesgleichstellungsgesetze wurden daher richtlinienkonform dahingehend geändert, dass sie eine so genannte Öffnungsklausel enthalten, nach der auch bei gleicher Qualifikation in der Person eines Mitbewerbers liegende Gründe die Bevorzugung des männlichen Bewerbers rechtfertigen können.

Im Dezember 2001 trat das Bundesgleichstellungsgesetz in Kraft, siehe dazu Gleichstellungsdurchsetzung.

In der freien Wirtschaft besteht grundsätzlich keine Verpflichtung zur Einhaltung von Frauenquoten. Ein dahin gehendes Gesetzesvorhaben konnte nicht durchgesetzt werden. In einigen Unternehmen sind jedoch Betriebsvereinbarungen über die berufliche Förderung von Frauen abgeschlossen, die ggf. auch eine Frauenquote enthalten.

Wenn Frauen davon stärker betroffen sind, würden sie auch in diesem Maße profitieren. Andererseits könnten aber auch die Elternzeit-Väter davon profitieren. Stattdessen bekommen diese Väter von Gesetz- und Arbeitgeber die lange Nase gezeigt.

Naja, sie sind ja Männer – gehen also nicht in Mutterschutz und werden auch nicht diskriminiert. Darum gibt es auch keine Männerquote, weil die Männer ohne Frauenquote mehr als 50 % Anteil am ÖD hätten, als eben mit einer hälftigen Frauenquote. Und darum ist auch die Frauenquote kein optimales Mittel, weil es den Frauen nur 50 % im ÖD gönnt.

Die Gleichstellungspolitik und –gesetzgebung geht viel zu wenig auf die Vereinbarkeitsproblematik von Vätern ein.

Es gibt der keine Vereinbarungsproblematik für Väter: Die heiraten einfach, deren Frau kümmert sich und sie gehen weiter arbeiten. Das ist ja Aufgabe der „historisch gewachsenen Struktur“ der gegensätzlichen Rollebbilder: Die Aufgabe der Frau und deren „historisch gewachsene“ Bestimmung ist die Versorgung der Kinder und die Entlastung der Mannes um diesen Part. Eine Vereinbarungsproblematik gibt es ja nur, wenn diese „historisch gewachsene Struktur“ überwunden wird, davon ist aber nun Bruno weit entfernt.

Ebenso besteht eine ausgeprägte Doppelmoral der Gleichstellungspolitik bei der Geschlechterquote in geschlechtertypischen Berufsbereichen. Bei jeder Minimalabweichung der 50%-Quote zuungunsten der Frauen wird gehandelt. Ein Männeranteil von etwa 2% im Erziehungswesen oder von 10-20% in allgemeinbildenden Schulen wird dagegen als Gott gegebene Selbstverständlichkeit akzeptiert.

Sollen wir Männer jetzt als Erzieher in die (im Westen spärlichen) Kitas prügeln, damit sie dort leiden, weil sie nicht als Leiter anfangen können und für ihre Präsenz geliebt werden? Das Erziehungswesen ist zimeist ÖD und da gibt es eine 50%-Quote für Männer, denn Frauen haben nur 50%ige Chance auf Einstellung. Das ist zwar schon mehr als sonst, aber führt nicht zum Ausschluß der Männer, wenn die sich denn bewerben würden: Es gibt nur nicht genug qualifizierte Männer. Gerade Männerrechtler wissen doch, dass die Erziehungswissenschaften als Studienfächer fast nur von Frauen belegt werden. Und ´nen Klempner können wir ja nun nicht auf Kinderloslassen, nur weil der gerade arbeitlos ist und ein Kerl und die angeblich in Kitas fehlen. Kurioserweise fehlen die männlichen Lehrkräfte an Unis eben nicht und da gibt es auch nur eine Frauenquote.

Mehr noch, die Integration von Männer in diese Bereiche wird politisch bewusst erschwert.

Das ist eine glatte Lüge. Unbelegt, falsch und lächlerlich.

So sind z.B. in Baden-Württemberg bezüglich der Stelle als Chancengleichheitsbeauftragte in Schulen, selbst wenn diese eine weibliche Rektorin haben und wenn diese einen Männeranteil von vielleicht lediglich 10% haben, nur Frauen wahlberechtigt und wählbar.

In der Bundesrepublik Deutschland sind auch nur Bürger über 18 wahlberechtigt und bei den Piraten nur die Parteitagstouristen. Eine solche Regelung ist sicher nicht basisdemokratisch, aber im Sinne einer „Mehrheitslegende“ (Richard Albrecht) durchaus legitim und für repräsentative Demokratien üblich. Ein Recht der Männer, überall mitzumischen, gibt es nicht.

Und diese Chancengleichheitsbeauftragte ruft dann zu regelmäßigen Gleichstellungskonferenzen unter Ausschluss der wenigen männlichen Beschäftigten auf.

Oh mein Gott. Und beim Menstrip müssen die männlichen Gäste ebenfalls draußen bleiben. Da wird doch der Hund in der Pfanne verrückt. Auch auf Wöchnerinnenstationen gibt es für Männer keine Betten. Und auch bei Frauenärzten sind Männer seltene Gäste und sie erleben keine Mammografie, keine Abstriche vom Gebärmutterhals: Diskriminierung von Männern, wo man nur hinschaut.

Bei einer solch Männer und Männlichkeit ausgrenzenden Gleichstellungspraxis ist der geringe Männeranteil in erzieherischen und pädagogischen Berufen bzw. die geringe Akzeptanz von jungen Männern, sich auf mehr aktive Vaterschaft einzulassen, kein Zufall sondern eine logische Folge.

Nur wenn man komplett paranoid ist und der Meinung, dass ohne einen selbst nichts richtig läuft. Die beschriebene Problematik, die sich als angeblich „logische Konsequenz“ aus Folgen des „historisch gewachsenen Struktur“ ergibt, ist von Männerrechtlern selbst verursacht: Die möchten, dass Frauen die Kinder hüten und das wird auch mit Zwang durchgesetzt (Mutterschutz), darum werden Frauen am Arbeitsmarkt diskirminiert und dagegen gibt es (im ÖD!) die Frauenquote, die dann angeblich Männer (überall) benachteiligt. Würden aber Männer nicht darauf drängen, ihre Frauen zu Hausfrauen zu machen (und würden die Frauen, diesen Wunsch dankend ablehnen), würde der Zwang zur Mutterschaft, bei gewollter Vaterschaft, aufgehoben, wären auch alle Ausgleichmaßnahmen auf Grund der Diskriminierung von Frauen überflüssig (und Männerrechtler hätten wenig Grund zu jammern).

Hier sollte die Politik die Gleichstellungsgesetzgebung weiterentwickeln und auch Männerförderung in männerunterrepräsentierten Berufsbereichen einführen.

Gegen Brunos Dummheit hilft keine Politik, da hilft nur Kritik. Und zwar massive. Bei einer 50%igen Frauenquote braucht es schon allein darum keine „Männerfördermaßnahmen“ wie eine Männerquote, weil die anderen Bewerber keine Aliens sind, sondern Männern. 50%-Frauenquote heißt immer auch 50%Männerquote, aber man kann die Männer halt nicht zur Bewerbung peitschen, um sie dann im ÖD auch noch zur bevorzugen!

Die abgedroschenen Phrasen des Geschlechterkriegsdenkens der 80er Jahre vom verantwortungslosen und faulen Vater sollten überwunden werden und einer ehrlichen Gleichstellungspolitik weichen, die die berechtigten Anliegen von Männern berücksichtigt und Väter nicht nur in die Pflicht nehmen, sondern auch Rechte und vor allem Gleichberechtigung geben will.

Wir sollten neue Phrasen finden. Hier ist eine: Männerrechtler sind gefährliche Idioten. So unterhaltsam deren Mist auch ist, so ist er doch gefährlich. Nach diesen Vorgaben erleben Männer in Ermangelung anderer Form Männlichkeit durch Ausgrenzung und leben diese als Ausgrenzung aus. Das ist aber auch die Basis für jedes totalitäre Prinzip, dass ja von der Spaltung lebt. Allerdings ist diese Kultur des Ausgegrenztseins (ohne es zu sein), dann natürlich gefährlich, wenn diese Idee in pure Aggression umschlägt: Diese Männer sind ja nicht machtlos, sie fühlen sich nur so. Dieser Typ Bruno zum Beispiel ist ja nach seinem Dafürhalten ein hilfloser Mann, ein Opfer in der „Femokratur“, aber was macht er: Er will mich zensieren. Und (fast) gelingt es ihm auch. Nur bin ich eben so dreist, mir jeden Einschüchterungsversuch einfach egal sein zu lassen. (Hoffentlich ist es blog.de auch egal.)

Bruno Köhler ist Vorstandsmitglied der geschlechterpolitischen Initiative MANNdat e. V. und langjährig in den Bereichen Jungenbildungsförderung, Männergesundheit und Väterpolitik engagiert.

Ich weiß genau: Manndat ist eine männerbündische Kameradschaft, die so ein bisschen auf Karneval macht.





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