Rassismus 2.0

Ein interessanter Kommentar zu diesem Beitrag sollte an dieser Stelle herausgehoben werden. Ein „Andi“ (seiner IP nach surft er gerade aus Fort Lauderdale diesen wunderbaren Blog an) schreibt:

Was wir dazu sagen?
Unterschiede zwischen Mann und Frau sind eindeutig: Der Mann hat einen Penis, die Frau nicht (manche hätten wohl gerne einen ..). Die Frau hat Brüste, der Mann dafür nicht (auch hier gibt es einige Männer, die sich Brüste wünschen und auch bekommen).
Genauso kann man Unterschiede zwischen ethnischen Gruppen sehen. Ureinwohner Afrikas haben dunklere Haut als Kaukasier. Asiaten haben glatteres Haar, andere Augenformen etc.
Allgemein anerkannt ist, dass keine der ethnischen Gruppen den anderen überlegen ist. Genau so ist das bei Mann und Frau. Und genau so wird der Benutzer des Piratenforums das wohl meinen.
Ich bin gespannt, ob dieser Kommentar überhaupt veröffentlicht wird, oder ob dir eine logische Schlussfolgerung eine Zensur wert ist. Beleidigungen scheinen ja in anderen Kommentaren durchzukommen, da sie dich in deiner Opferrolle stärken.

Die Schlussfolgerung Elohims zusammengefasst: Wenn du meinst, ein Geschlecht sei dem anderen überlegen, musst du dasselbe für „Rassen“ oder ethnische Gruppen behaupten.

Nein, Andi, eine logische Schlußfolgerung – sofern ihre eine folgerichtige wäre – wird nicht zensiert, Rassismus allerdings schon. Nur dieses mal nicht. Damit kann ich arbeiten, um den Piraten wieder einmal die rechtspopulistischen Hintergründe um die Ohren zu hauen.

Ob nun im Beitrag von „Andi“ mit „wir“ die Piraten gemeint sind oder die NPD, ist bisher unklar. Dass diese Argumentation allerdings von ganz Rechtsaußen kommt, würde Andi – wie eben auch Ray Magini, Simon Lange, Bodo Thiesen, Stefan Aaron König, Sven Knurr und [jemand, der versprochen hat, nie nie wieer über Linke zu hetzen!]- ganz sicher zu einem angesehenen Piraten machen. Dass „Andi“ nun Elohim verteidigen will, legt den Verdacht durchaus nah. Ob er es so kann, wage ich zu bezweifeln, denn wie wir wissen – wir meint jene, die keine Rassisten sind – denn die genetischen Unterschiede sind nicht nur evolutionstheoretisch von besonderer Bedeutung (Fortpflanzung und so), sondern auch wirklich bedeutend. Die Unterscheidung des Menschengeschlechts in Männer und Frauen ist dabei nicht unbedeutend, zu dem ergeben sich daraus besondere Schlußfolgerungen für das Fortbestehen der Menschheit wie auch die Sozialisation an sich. Die biologischen(!) Unterschiede zwischen Männern und Frauen überwinden zu wollen, scheint eine neue Meisterleistung besonders simpler Geister zu sein, dies nun aber argumentativ an die Rassentrennung zu binden, ist nicht nur einfach sinnfreier Blödsinn.
Dazu zitiere ich einfach wikipedia, das wirklich jeder interntaffine Cyberstalker finden können sollte:

Rassentheorien (auch Rassenkunde oder Rassenlehre) sind heute als überholt angesehene Theorien, die die Menschheit in verschiedene Rassen einteilten. Die vermeintlichen Rassen wurden primär aufgrund physischer Merkmale wie der Hautfarbe und der Behaarung unterschieden, zumeist wurden jedoch auch Unterschiede im Charakter und bei Fähigkeiten angenommen. Diese Ansichten gelten seit den 1990er Jahren als überholt, da genetische Untersuchungen ergaben, dass die Unterschiede zwischen den vermeintlichen Rassen wesentlich geringer sind als die Variabilität innerhalb dieser Populationen und dass es sich somit nicht um Rassen im biologischen Sinn handelt. Von den Rassentheorien zu unterscheiden ist der vielfach an sie anschließende, teils aber auch direkt implizierte Rassismus, der zwischen höher- und minderwertigen Menschenrassen unterscheidet und Zusammenhänge zwischen rassisch bedingten Eigenschaften und der Kulturentwicklung behauptet.

Aber natürlich geht es auch spezialisierter:

„Im Grunde genommen sind wir alle Afrikaner“

In einer Stellungnahme der UNESCO heißt es, daß die molekularbiologischen Erkenntnisse über genetische Vielfalt der Menschen traditionelle Rassenkonzepte ausschließen. Dafür gibt es folgende Gründe:

# Mindestens 75 % der menschlichen Gene variieren nicht, sie sind also bei allen Menschen gleich.
# Trotz erheblich erscheinender morphologischer Unterschiede sind die genetischen Distanzen zwischen den geographischen Populationen des Menschen gering. Sichtbare Unterschiede zwischen Menschen täuschen uns über genetische Differenzen. Einige wenige Merkmale überbewerten wir nur aus dem Grunde, weil sie besonders auffallen. Der „Typus“ ist ein schlechter Wegweiser zu genetischen Distanzen: Zwischen (morphologisch fast nicht zu unterscheidenden) west- und zentralafrikanischen Unterarten des Schimpansen sind sie zum Beispiel etwa zehn Mal so groß wie zwischen menschlichen Populationen (z.B. Afrikaner und Europäer).

# Der größte Anteil der genetischen Unterschiede zwischen Menschen befindet sich nicht zwischen, sondern innerhalb der geographischen Populationen. Mindestens 90 % der genetischen Unterschiede befinden sich innerhalb lokaler oder eng benachbarter Populationen, die Unterschiede zwischen den geographischen Gruppen umfassen höchstens 10% der genetischen Verschiedenheit.

Und nun die „Geschlechter-trennung“, jene, die Piraten mit ihrer „Post-Gender“-Ideologie überwinden wollen:

Was macht den Mann zum Mann?

Streckt man das gesamte menschliche Erbgut auf 2.000 km, sind es gerade mal 27 Zentimeter die den körperlichen Unterschied zwischen Mann und Frau ausmachen. Die so genannte „Sex determinierende (bestimmende) Region“ (SRY) auf dem Y-Chromosom ist ein Gen, das nur Männer in sich tragen. Es sorgt bereits in der sechsten Schwangerschaftswoche dafür, dass die Bildung der Hoden beginnt und der Mann zum Manne wird. Wissenschaftler haben in den letzten Jahren über 100 verschiedene Gene auf dem kleinsten aller Chromosomen entdeckt, die Körper und Psyche des Trägers vermännlichen.
Das „starke“ Geschlecht?

Männer werden auch heute noch oft als das starke Geschlecht bezeichnet und so sehen sie sich auch gerne selbst! Allerdings scheint – rein biologisch – eher das Gegenteil der Fall zu sein. Die Frau hat mit der XX-Kombination zweimal den identischen Chromosomenstrang zur Verfügung. Wenn ein Gen auf einem X-Chromosom schadhaft ist, wird es durch das Gen auf dem anderen Strang ersetzt. So tritt bei der Frau auch jede Erbanlage doppelt auf. Dem Mann – Träger der XY-Kombination – fehlt dieses Äquivalent. Genetische Erkrankungen, die auf dem X-Chromosom verankert sind, wie z. B. die Bluterkrankheit, treten deshalb vorrangig bei Männern auf.

Die körperlichen Unterschiede sind also klar.

An der genetischen Grundlage, was Frauen und Männer trennt, XX und XY, bstehen keine Zweifel. Tendenzen zur Überwindung dieser Tatsache sind mir außerhalb der Piratenpartei bisher nicht begegnet. Ab und zu wird behauptet, die Gendertheorie versuche genau das und plane aus einem Mischmasch aus „Umerziehung“ (Volker Zastrow, René Pfister) und „operativen Eingriffen“ (der Fall Reimer) die Überwindung der biologischen Differenz. Natürlich ist das Zusammenlegen beider Differenzen ein Trugschluß. Aber es wundert eben nicht, wenn der ornage Mainstream die Differenz schon zur Diskriminierung macht.

Es geht bei der Gendertheorie nicht um Infragestellung der biologischen Unterschiede, sondern um soziale. Dazu kann man sich stellen wie man will, aber man muß bei der Wahrheit bleiben. Kurios wirkt darum aber nun, was die Piraten versuchen, nämlich genau das: Ein politisches Umerziehungsprogramm zur Diffamierung biologischer als „Rassismus“ und einem Denkverbot wissenschaftlicher Erkenntnisse. Dazu werden dann kurzer Hand die biologischen Geschlechter Mann und Frau auf genetischer Grundlage den widerlegten Rassetheorien ohne genetische Grundlage gleichgestellt und die Überwindung beider „Theorien“ gefordert – obwohl die eine, die Sache mit den Rassen, schon lange nicht mehr gültig und bereits als das geächtet wird, was es ist: Rassismus, und die andere Theorie nicht nur eine politische Theorie ist, sondern eine zentrale Grundlage der modernen Humanwisschenschaften.

Das Unvermögen die Rassentrennung von der biologischen Kategorisierung der Menschen in Männer und Frauen zu unterscheiden, ist dabei weniger ein Problem, als die Wiedereinführung bereits widerlegter und überkommener Konzepte wie eben die Rassentheorie eine ist. Dass die Trennung der Menschen in Rassen so wenig haltbar ist wie die Auf- und Abwertung, ist allgemein bekannt und politischer wie sozialer Konsens (außer natürlich bei den Piraten und anderen Rechtsaußenparteien), aber die Gleichsetzung mit der durchaus berechtigten und unwiderlegbaren genetischen Differenzen zwischen Mann und Frau, gibt diesem Unsinn einen neue Aufwind und neuen Nährwert. Die Beschimpfung der Kritiker dieser Simplifizierung als Rassisten macht dann das Drama darum komplett. Und es wird auch nicht besser, wenn die Piraten zu diesem Konzept der Wiedereinführung der Rassentheorie deren Überwindung fordern, weil eine Überwindung einen Ist-Zustand voraussetzt, der so nicht gegeben ist: Lediglich an der Trennung der Geschlechter in Männer und Frauen zweifelt niemand, wie auch nicht an der Bestandkraft der genetischen Ursache (XX/XY), nur – und zu unser aller Glück – die Rassentrennung ist bereits überwunden, aber davon wollen die Piraten im verzweifelten Kampf gegen die Rechte der Frauen (die mit dem anderen Chromosomensatz) eben leider nichts wissen.

Hierzu, und zur Erinnerung, die Erklärung über „Rassen“ und rassistische Vorurteile, verabscheidet am 27.11.1978 durch die 20. Generalkonferenz der UNESCO!

PS
Ab 0.00 Uhr schalte ich nur noch Beiträge frei, die mir inhaltlich zusagen, deren Verfasser eindeutig erfassbar ist und deren Standort über die IP in Deutschland verortet werden kann.

Update:

Hallo,
wir sind angemahnt worden, dass in Deinem Blog-Eintrag

http://isis-welt.blog.de/2010/03/06/rassismus-2-8129459/

eine Verletzung der persönlichen Ehre vorliegt.

Bitte entferne namentliche Nennungen und direkte Hinweise der Person ‚Mirko Rosinsky‘ innerhalb der nächsten 24 Stunden, da wir ansonsten administrativ eingreifen werden.

In Zukunft möchten wir Dich bitten, auf die Publikation rufschädigender
Inhalte zu verzichten, anderenfalls sind wir gezwungen, das Blog ohne
Vorwarnung zu löschen.

Vielen Dank für das Verständnis und Deine Kooperation.

Mit freundlichen Grüßen

Dein blog.de Kundenservice
++++++++ Unser 24/7 Hilfe-Bereich ++++++++
FAQ: http://support.blog.de
Hilfe-Forum: http://hilfe.blog.de

Das ist Piratenpolitik: Freiheit im Netz!

:-)


5 Antworten auf „Rassismus 2.0“


  1. 1 Mirko-R 09. März 2010 um 20:45 Uhr

    Hi Isi, auch hier der Versuch, nachdem ich dies auf meiner Wiki-Seite und Dir per E-Mail geschickt habe: Wollen wir zwei nicht wenigstens auf diesen Kleinkrieg verzichten? Ich meine Deine Daten wurden von irgendjemanden unbefugt veröffentlicht und das gleiche machst Du mit meinem Namen. So wie Du Dich gefühlt hast, fühl ich mich eben auch. Und das, obwohl ich eher derjenige, der vermitteln möchte. Also entferne doch bitte meinen Namen vollständig.
    Danke.

  2. 2 Name (notwendig) 10. März 2010 um 9:04 Uhr

    Stell dir einfach vor, die Piratenpartei hat ein Impressum. Du kannst nicht verlangen, für politische Aussagen im öffentlichen Raum nicht kritisiert zu werden, nur weil du im Forum einen Nick benutzt. Der überflüssige Versuch, anonym zu bleiben, ist gerade gescheitert.

  3. 3 Mirko-R 10. März 2010 um 10:09 Uhr

    Ich habe keine Aussagen getätigt, welche mich mit o.g. Thema in Verbindung bringen könnten. Ich könnte eben die ganzen Threads aus dem Forum zitieren, wo ich mich eindeutig gegen diese Tendenzen stelle.
    Beispiel Eigenzitat:“Ist es nicht wichtiger, dass Menschen als solche wahrgenommen werden. Was helfen da lächerliche Begrifflichkeiten? Was Bestimmungen? Wir haben soviele Regelungen und Bestimmungen innerhalb Deutschlands und dennoch werden nach wie vor Menschen tagtäglich diskriminiert. Diskriminiert weil sie vielleicht körperlich oder geistig eingeschränkt sind, aus einem anderen Land kommen, die „falsche“ Religion haben… wir müssen lernen miteinander zu leben und für jeden Schwachen zu kämpfen und uns für jeden Schwachen einzusetzen und nicht nur für das, was uns betreffen könnte.

    Ich bin Pirat, ich möchte die Welt verbessern und ich setze mich für Schwache ein. Ich möchte das die Maßstäbe unseres GG als selbstverständliche Mindestanforderung in der ganzen Welt beachtet und eingehalten werden. Aber für und um Begrifflichkeiten zu streiten, das ist einfach sinnlos, kostet Kraft und Zeit, welches beides auch sinnvoller eingesetzt hätte werden können.“
    Kritik ist das eine, dafür gibt es aber auch die PN, E-Mail… Zerstörung einer Person ist aber etwas völlig anderes. Wie soll das denn enden? Vielleicht so, dass ein zukünftiger AG gleich auf dies hier stößt? …Zukunft zerstört, weil…? Oder soll ich irgendwo davor springen? Zug, Auto… wie hättet Ihr es denn gern?

    Und zur Klarstellung: Ich bin Antirassist und Antifaschist, sollte die PP eindeutige Tendenzen in die rechte Richtung entwickeln, werde ich definitiv austreten.

  4. 4 Name (notwendig) 11. März 2010 um 8:18 Uhr

    Blabla. Ich bin nicht…, ich habe nicht…, ich wollte doch nur…..sagen „sie“ das nicht alle?

    Der obige Beitrag ist in keinster Weise geeignet, deine Existenz zu zerstören. Also: Immer schön den Ball flach halten! Und hör auf der Schreiberin zu drohen!

    Haben wir uns verstanden?

  5. 5 Name (notwendig) 14. März 2010 um 23:43 Uhr

    Ich habs so notwendig ein Klugscheisser zu sein und Rassist zu sein das ich andere die ganze Zeit diskriminiere für meine Gottheit Isi.

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