Feuchte Maskulistenträume!

Eine Dystopie oder Anti-Utopie ist eine Geschichte, die in einer fiktiven Gesellschaft spielt, die sich zum Negativen entwickelt hat, und stellt somit einen Gegenentwurf zu Thomas Morus‘ Utopia dar. Die Eutopie (griech. εὐτοπία, eutopia) stellt die positive Seite der Dystopie dar. Aber auch Endzeit-Geschichten sind eine Form der Dystopie. Häufig wollen die Autoren dystopischer Geschichten mit Hilfe eines pessimistischen Zukunftsbildes vor Entwicklungen in der Gegenwart warnen.

Eine dystopische Gesellschaft ist in der Regel charakterisiert durch eine autoritäre oder totalitäre Regierungsform bzw. eine Form repressiver sozialer Kontrolle. Typische Charakteristika einer Dystopie sind: Dem Individuum sind durch mechanisierte Superstaaten jegliche Freiheiten genommen, die Kommunikation der Menschen untereinander ist eingeschränkt oder anderweitig gestört und das Bewusstsein der eigenen Geschichte oder eigener Werte gekappt.

Sowas hätten wir dann wohl, wenn Männer wie Gruner (wieder) das Sagen haben. Wenn die „staatliche Umsorgung“ der Eltern zu Lasten des unwilligen, unsolidarischen, meist kinderlosen, von so lächerlichen Kleinigkeiten wie sozialstaatlichem Ausgleich völlig überforderten Steuerzahlers (der in diesem Fall eigentlich nur ein charakterloser, antisozialer Arsch ist), dem Modell der Alimentierung durch Partnerschaft weicht. Wenn Frauen sobald sie Mutter werden, sich in die Abhängigkeit zu irgendeinem Mann begeben müssen, der seine Familie – natürlich hat er auch Ansprüche – gnädigerweise vor dem Hungertode retten kann.

Mboah. Großes Kino.

Da schlagen Maskulistenherzen schneller: Wenn erstmal alle Weiber hungern, darf der große, starke, weiße Mann mit dem dicksten Faustkeil sich die schönste Perle aussuchen und mit ihr machen, was er will. Die erwünschte und erforderliche Demut besorgt ihr Fortpflanzungswunsch: Wenn die erstmal geschwängert ist, wird das Kind wichtiger als ihr Wohlergehen. Ab da hat der Sexist freie Hand.

Das sexistische Basisverständnis dieser Typen, ist nicht zu knacken. Die wachen frühmorgens auf und sind geschockt, wenn sie aus dem Fenster sehen und Frauen ohne männliche Begleitung entdecken. Auf offener Straße. Wenn sie auch nur ahnen, dass diese auf dem Weg zur Arbeit sind, um dort einem Mann Konkurrenz zu sein, wird scharf geschossen. Hat die Schlampe auch noch Kinder – und keinen Mann, der ihr zeigt, wo sein Hammer hängt- fließt der Shitstrom aus deren Schandmäuler wie Kacke aus Seniorenärschen nach 3 Bechern fettarmem Activia .

Für die ist es völlig normal, eine Frau dafür zu hassen, falls Sie sich einen Stuhl nimmt, um am Tisch zu sitzen – und nicht darunter. Damit Sie es begreift, wirft er Krümel runter und tritt sie in den Teppich. Wenn Sie schon nicht kriechen will, soll sie wenigstens putzen. Zur Aufrechterhaltung der Glaubenssätze eines gemeinen Sexisten erfindet er dann allerlei Märchen wie das von der „Beziehungsunfähigkeit“ der Alleinerziehenden oder „staatlichen Umsorgung“ bei Erhalt von HartzIV oder der Dummheit der Eltern, zu blöd zum Verhüten zu sein. Er generiert sich als Opfer einer fürchterlichen, männerfeindlichen und von bösen Frauen regierten Welt, in der er – ausgerechnet- nun heldengleich den Gipfelstürmer mimt – weil er die Wahrheit kennt, die einzig wahre Wahrheit. Die mit dem Medien-Echo: Die Wahrheit von der Unterdrückung des Mannes, durch Geschlechtsnot, Feminismus, Staat und Familie.

Zum Beweis des alltäglichen Leidens eines jeden (!) Mannes im bundesdeutschen „Feminat“ (und wer nicht leiden will, es besser weiß oder einfach nicht total irre ist, ist ein „lila Pudel“, „Waschlappen“, „Mösenkriecher“ oder „Schattenparker“) , stellt sich der gemeine Sexist dann geistesstinkend in die Öffentlichkeit, läßt einen fahren und möchte dafür gelobt werden. Darauf hofft er oft vergebens. Niemand will seine neue Mutti sein und ihm stolz über das Haar streichen, weil es nur ein Furz war. Logisch.

Darum wertet er hilflos die sehr persönlichen Hinweise auf die Unverschämtheit seines Anliegens als Angriff auf die Männer (alle!) und schon ist der Kreis wieder rund: Selbst ein Idiot zu sein, beweist die Diskriminierung vielerlei Gruppen aus aus vielerlei Gründen. Es kommt nur drauf an, als was der Idiot sich gerade gebärdet oder fühlt. Sexismus verkommt zum Schutzschild der Trottel, gegen jede Kritik ihres entsetzten Umfeldes. Wenn du – Leser- nichts mehr als ein dämlicher Arsch bist, fühl dich doch wengistens diskriminiert. Scheiß zum Berufsverkehr nackt auf die Stadtautobahn und jeder, der ´nen Vogel zeigt, beweist deine Unterdrückung ein weiteres Mal. Neuerdings schaffen es darum und mit dieser Methode sogar weiße deutsche Männer, sich als Opfer eines unklaren Unterdrückers zu prostituieren. Gegen ihren Willen!

Egal also, was eine Frau heute tut, sie wird sich den Zorn der zurückgebliebenen Sexisten und Hüter der Moral zuziehen. Die Frau als Spielball männlicher Interessen hat bisher wenig Möglichkeit auf streßfreies, selbstbestimmtes Leben. So oder so wird sie für ihre Gebärfähigkeit von Männern gehasst, die sich dabei noch als Opfer ihres Tuns, ihrer frechen Forderung nach Gleichberechtigung, kreischend in die Brust werfen. Und das geht so: Bekommt eine Frau ein Kind, ist sie die fiese Unterhaltsschlampe, die es nur darauf abgesehen hat, den Mann auszunehmen. Bekommt sie keines, wird sie ein anderer als Karriereemanze „outen“ um ihr die „demografische Katastrophe“ anzuhängen. Allein die Tatsache, schwanger werden zu können, ist hierbei ihr Verhängnis. Und egal, wie sie sich entscheidet, sie wird sich den geballten Hass hysterischer Männer zuziehen. Wagt Sie es, ihre gesetzlich zugesicherten Möglichkeiten zur Selbstbestimmung über ihr Leben in Anspruch zu nehmen, geht es in die nächste Runde: Verhütet Sie modern, peitscht sie der Vatikan. Verhütet Sie nicht, peitscht sie der Maskulist. Die Frechheit, sich mit Gebärfunktion nicht dem männlichen Willen zu beugen und nicht vom Sex mit einem Mann schwanger zu werden (oder doch), kommt ihr teuer zu stehen: Treibt Sie ab, jagt sie der Lebensschützer als dreckige Sau durchs Dorf, bekommt Sie das Kind, geifert der Maskulist und sricht von „Vergewaltigung“. Bleibt sie Single, ist sie eine Männerhasserin; bleibt sie keiner, lebt sie aus fremden Taschen. Ernährt sie sich selbst, macht das die Gestrigen rasend; arbeitet Sie nicht, aber auch. Nur weil Geld nicht vom Himmel fällt.

Egal, was eine Frau tut, sie ist das Opfer sexistischer Hetze und Zielscheibe sozialer Verachtung irgendwelcher hysterischer Männer. Immernoch. Das einzige was sich tatsächlich geändert hat, sind die Möglichkeiten für Frauen, sich neuer, anderer Hetze auszusetzen und das ist eine Errungenschaft: Frau hat die Chance, sich auszusuchen für was sie von welchen Männer gehasst, diffamiert und angegriffen werden will. Mehr aber auch nicht.

Sexismus ist auch heute noch Tagesgeschäft und es wird auch nicht besser, wenn die sexistischen Männer dazu schreien, sie wären das Opfer des Feminismus oder Devotschkas an ihrer seite bestaunen, denen jedes Maß an selbstachtung bereits verlustig ging.

Es ist einfach unglaublich unverschämt, anzunehmen, eine Frau müsse sich einen Mann suchen um über die Runden zu kommen oder um ein Kind zu ernähren. Es ist eine Anmaßung sondergleichen, einen solchen Zwang zu fordern und daraus politische Folgen zu wünschen. In manchen Ecken der Republik, des Internets, ist es so, als hätte es die Forderung nach Gleichberechtigung der Geschlechter in Deutschland nie gegeben!

Es ist sexistisch, für Frauen etwas anderes zu wollen, als für Männer. Und es ist eine tragische Komödie, dass es heute noch zu Hauf passiert!


1 Antwort auf „Feuchte Maskulistenträume!“


  1. 1 Dopamina 04. Juli 2010 um 10:21 Uhr

    Dieser Text bringt es auf den Punkt. Ich habe den Anfangsteil nur überflogen, deine weiteren Ausführungen haben mich aber echt in den Bann gezogen. Zeigst das Dilemma wirklich treffend!

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