Unterschichten-TV: Minarett? Nicht nett!

Wenn Reality-TV zu real wird. Heute: Die Islamisierung Europas.

… also nichts Neues. Genau das gleiche Programm wie gestern. Oder vorgestern. Oder vorvorgestern. Oder morgen? Ich fürchte, ja. Der Islam ist eines dieser Themen, bei denen es sich offenbar lohnt, sein Hirn wegzuwerfen und in den Wald zu gehen, um mit den Wölfen ein Klagelied anzustimmen. Diesmal singt das Rudel von der Islamisierung Europas. Und ich sitze da so herum und schaue zu, wie bei allen Themen, bei denen ich weiß, dass das Rudel in seiner emotionsgeladenen Ekstase nicht zuhören will, geschweige denn kann. Es hat in gewisser Hinsicht etwas von Fernsehen, nur besser, realistischer, gefährlicher und spannender. Die Sendung Islam hat etwas besonders Apokalyptisches: Millionen kleiner Menschen wuseln wild aufgebracht herum, weil sie Angst haben, dass ihnen andere kleine Menschen, die 1:25 in der Unterzahl sind, ihre Religion aufzwingen wollen. Dramatik pur, wo sind die Chips? Wäre die Sendung kein Drama, was würde ich lachen, aber leider sprechen wir hier von Reality-TV, der kühnsten Errungenschaft des 20. Jahrhunderts. Und die macht leider auch vor dem Internet nicht halt.

Vielleicht erinnert sich noch jemand:
Gestern lieft das Drama unter dem Titel „Streit ums Butterbrot“ auf Pro-Koeln.org. (Die harmlos wirkende Überschrift täuscht!) Dort hieß es, dass zur Zeit leider nur eine (!) „Mutter ohne Migrationshintergrund“ noch den Mut habe, sich gegen das Verbot von Schweinefleisch an deutschen Schulen zu wehren. Der Rest ist bereits der islamistischen Gefahr angstvoll gewichen und kämpft um Integration im eigenen Land. Nur zaghaft hört man klägliche Rufe, dass Deutschland auch den Deutschen gehöre. Daran glauben tut niemand. Das Opfer wurde nämlich heimtückisch „von der Gruppenleiterin ihres Kindes zum Gespräch“ vorgeführt und muss sich nun für die antiislamistische Salamibeigabe in die Brotbüchse ihres Sprösslings verantworten! Heute

Beklagenswert (und ich bin froh, dass es jemand tut) ist vor allem der „selbstverständlich bewußtseinsbildende“ und natürlich schädliche Einfluss auf die Empfänger dieser unbotmäßigen Frechheit. Auf Grund der „üblichen Schmähungen“ musste ein Infobrief der AWO als Beweis hergezeigt werden, in dem es zudem schwarz auf weiß heißt (ja, ja, und Sie wollten es nicht glauben! Schämen sollten Sie sich!), dass darauf geachtet werde, kein Schweinefleisch zu reichen. Für diese verbrecherische Geste lassen sich keine anderen Worte finden als ein herzschmerzendes Wehklagen über die „Verbannung von Schweinefleisch aus dem schulischen Raum“. So sind die Kameraden aus der Domstadt: Gerechtigkeitsliebhaber. Wehe dem, der je Zweifel hatte!

Da ist es nur verständlich, wenn die Mahner zur Vorsicht nicht in den Stacheldraht der Niedertracht greifen und einsehen: „Selbstverständlich werden wir weder den Kindergarten benennen, noch den Namen des betroffenen Kindes, dem wir ansonsten einen Spießrutenlauf bescheren würden.“

Ja, den Kameraden von Pro Köln ist das Leben eines salamiliebenden Kindes noch was wert. Da werden Sie blass, was? „Da ist die persönliche Entscheidungsfreiheit ausgehebelt“ und es setzt das „Diktat des Islam“ und was tun Sie, hm? Bitte? Die Arbeiterwohlfahrt verbietet den Schülern an der Kölner Albert-Schweizer-Realschule in Köln-Ostheim mittels verräterischem Brief das Schweinefleisch und Sie gucken weg?! Nehmen Sie die Forke, zünden Sie die Fackeln an und stellen Sie sich gerade hin, Sie Gutmensch! Ihnen wird gleich jemand zugeteilt, der Ihnen sagt, wie Sie sich zu wehren haben. Werden Sie ruhig panisch, wir verteidigen Sie umgehend!

Und dann folgt der Abspann, ich sinke bestürzt in die gestickten Sofakissen, wische mir den kalten Schweiß von der Gutmenschenstirn und weiß:

Kein Mullah kann mehr Hass predigen als diese reaktionären urdeutschen Dummbeutel im Internet. Vielleicht sollte man beim „Kampf gegen den Islam“, als angenommenem Überfall auf die zivilisierte westliche Welt durch einen fundamentalistischen Mob und die Verbreitung barbarischer Unsitten, nicht so sehr auf Äußerlichkeiten achten, sondern sich viel eher den Inhalten zu wenden! Denn leider können sich die wütenden Horden migrantischer Barbaren aus den Moscheen und Koranschulen im Kampf ums Butterbrot nicht so sehr auf uneingeschränkte Solidarität verlassen wie der kerndeutsche Hampelmann von Stammtisch, Werkstatt und Hörsaal. Dem Teutonenmutanten stehen ja alle Türen offen; während Mustafa dauernd seinen Ausweis zeigen muss (sofern er einen hat) und mit Aktentasche nicht mal unbeaufsichtigt über die Straße kommt, verweilen chronisch diskriminierte deutsche „Hassprediger“ mit etwas angepassteren Umgangsformen, einem unauffälligen Outfit sowie der passenden Weltnetzheimseite unter Zuhilfenahme von Inländerstatus, Gleichberechtigung und Abschiebeverbot unter uns und verbreiten schamlos ihre einfältigen „Erkenntnisse“.

Und dann kamen die Schweizer ….was wird es morgen sein?





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